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Eningen u. A.:

Mit Zange und Zip-Beutel gegen Umweltverschmutzung

Sie schädigen die Umwelt und belasten die Kommunen. Zigarettenstummel sind an jeder Bushaltestelle und jedem Straßenrand zu finden. Dabei sind sie nicht nur unappetitlich anzusehen, sondern belasten mit den enthaltenen Schadstoffen auch die Umwelt. Etelka Stoll hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, ihre Gemeinde Eningen von den kleinen Schädlingen zu befreien. Wir haben sie auf einer ihrer Touren begleitet.

Kein schöner Anblick, den die Tüte von Etelka Stoll offenbart. Die 79-Jährige dreht mindestens dreimal pro Woche ihre Touren durch Eningen. Bewaffnet mit Zange und Zip-Beutel macht sie sich auf die Jagd nach Zigarettenkippen. Kein ruhmreicher Job – trotzdem bleibt sie beständig im Kampf gegen die Kippen.

"Erstens der Umwelt zuliebe, und zweitens, weil es mir ein Anliegen ist, dass die Gemeinde auch Geld spart", erklärt Stoll. "Das kann kein Mitarbeiter vom Bauhof leisten, was ich mache. Stunden durch die Gegend laufen, mit der Pinzette auf den Fahrradwegen, in den Rasenflächen, aus den Blumenbeeten die Kippen rauszupuhlen", behauptet die Rentnerin.

Über 400.000 Kippen hat Etelka Stoll auf ihren Rund 600 Touren bereits aufgelesen. Für sie ist das Kippensammeln auch eine Art Gymnastik. Mit gelenkschonenden Bewegungen arbeitet sie daran, ihren Bewegungsapparat auf Vordermann zu halten.

"Ich mache Ausfallschritte beim Bücken – ein Bein nach vorne, ein Bein nach hinten, ich gehe in die Hocke, ich drehe mich nach rechts, ich drehe mich nach links", erzählt die 79-Jährige. "Ist ein bisschen Sport. Die Einen gehen mit dem Hund, ich gehe mit meiner Pinzette". scherzt sie.

Nicht nur die Gelenke, auch die Umwelt will Etelka mit dem Kippensammeln schonen. 10 bis 15 Jahre brauchen Zigarettenstummel für den Zerfall. "Dann gibt es bis zu 7000 verschiedene Giftstoffe. Davon sind vielleicht 50 wirklich krebserregend", erklärt Stoll. "

Und das Allerschlimmste ist, wenn die Kippen am Straßenrand liegen und es regnet und die fließen alle in den Gulli rein, werden die Giftstoffe rausgespült und an den Gullis beginnen unsere Meere", warnt die Kippensammlerin. Ein Zigarettenstummel verunreinigt laut Stoll 40 bis 60 Liter Wasser. Das schädigt Pflanzen und Tiere mit teilweise verheerenden Folgen wie dem Sterben von Insekten und Kaulquappen.

Um dem ein Ende zu setzen reicht aber der Einsatz von Etelka Stoll und Kommune nicht aus. Sie wünscht sich einen Sinneswandel in den Köpfen der Raucher. "Es ist doch kein Problem, einen Taschenaschenbecher zu besorgen, den in die Hosentasche zu stecken, die Kippe rein, im nächsten Mülleimer ausleeren, Feierabend", so Stoll.

"Was soll die Gemeinde machen? Höhere Bußgelder? Bei dem Personal? Wir haben zwei Überwachungsbeamte. Das bringt doch nichts", behauptet die Rentnerin. Solange Raucher und Kommunen keine Lösung für das Kippenproblem gefunden haben, dreht Etelka Stolz weiter ihre Runden als 'Schmutzengel von Eningen' – und das gerne.

(Zuletzt geändert: Donnerstag, 10.09.26 - 15:18 Uhr   -   182 mal angesehen)
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