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Warnstreik am Uniklinikum - "Fühlen uns hingehalten!"

Die Beschäftigten der Unikliniken Tübingen, Freiburg, Ulm und Heidelberg sind am Dienstag in den Warnstreik getreten. Die Gewerkschaft ver.di hatte dazu aufgerufen. Der Grund: Bei der ersten Verhandlungsrunde am 6. Mai hatten die Arbeitgeber trotz klar formulierter Forderungen kein Angebot vorgelegt. Das sei nicht akzeptabel, so die Gewerkschaft ver.di. Jetzt wollen die Beschäftigten vor der zweiten Verhandlungsrunde Druck machen.

Warnstreik am Uniklinikum Tübingen – gefordert sind 7,5 % mehr Gehalt sowie Verbesserungen für Azubis und einkommensschwache Berufsgruppen.

Einen Tag zuvor hatten die Gewerkschaft ver.di und Beschäftigte des Uniklinikums zum Pressegespräch eingeladen. Lena Mayr, Personalratsvorsitzende am Uniklinikum Tübingen, sagt zum Hintergrund des Warnstreiks: "Wir sind tatsächlich sehr enttäuscht von der ersten Verhandlungsrunde. Die Arbeitgeber haben jetzt seit Anfang April unsere Forderungen. Wir haben erwartet, dass sie uns ein Angebot mitbringen und sie sind tatsächlich ohne Angebot in die Verhandlung gekommen."

"Und dann kam – das ist auch üblich – eine lange Erklärung, warum unsere Forderungen völlig überzogen sind und warum sie die nicht erfüllen können. Sie haben kreative Angebote für die nächste Verhandlungsrunde angekündigt, aber mehr war am 6. Mai in Stuttgart nicht drin", erzählt Mayr.

Statt kreativen, möchten Gewerkschaft und Arbeitnehmer konkrete Angebote. Nach der ersten Verhandlungsrunde fühlen sich die Arbeitnehmer hingehalten, so die Personalratsvorsitzende.

"Die Beschäftigten sind enttäuscht. Die Beschäftigten sind verärgert. Die brauchen einfach eine Anerkennung von ihrer wertvollen Arbeit, die sie für die Patientinnen und Patienten jeden Tag leisten", erklärt sie.

"Dementsprechend ist für uns völlig klar, dass wir unseren Forderungen jetzt auch mehr Nachdruck verleihen müssen", stellt Mayr fest.

Laut der Personalratsvorsitzenden liegt der eigentliche Skandal aber darin, was jüngst auf bundespolitischer Ebene beschlossen wurde. Die Forderungen der Gewerkschaft seien nur eine logische Konsequenz zur Sicherung der Lebensqualität.

"Wir haben gerade einfach massive Angriffe auf den Sozialstaat", erklärt Lena Mayr. "Das äußert sich in verschiedenen Bereichen. Also sei es Arbeitszeitgesetz oder jetzt auch das Beitragsstabilisierungsgesetz – das hat Kürzungen in Höhe von 16 Milliarden Euro vorgesehen."

Das lasse die Gewerkschaft laut Arbeitgeberverband der Universitätsklinika völlig außer Acht. Die Kliniken stünden laut eigener Aussage unter massivem politischen und wirtschaftlichen Druck. Laut Lena Mayr lastet dieser Druck aber vor allem auf den Schultern der Beschäftigten.

"Es geht darum, dass die Beschäftigten einfach eine nachhaltige Entgeltsteigerung bekommen. Uns ist es extrem wichtig, dass es eine gute Sozialkomponente hat. Deswegen haben wir auch diesen Mindestbetrag in Höhe von 320 Euro gefordert", so die Erläuterung der Personalratsvorsitzenden.

Ihr gehe es vor allem darum, dass ihre einkommensschwachen Kollegen sich am Monatsende nicht mit leeren Geldbeuteln rumschlagen müssten. Dafür sorge sie mit allen Mitteln.

"Die Beschäftigten sind zum Streik bereit", verkündet Mayr entschlossen. "Das heißt, wenn die Arbeitgeber kein Angebot vorlegen, beziehungsweise ein schlechtes Angebot vorlegen, sind die Kolleginnen und Kollegen auf der Straße und werden durch Aktionen, durch Streiks zeigen, dass sie ihre Forderungen ernst meinen und dass das, was sie gefordert haben, auch einfach brauchen am Ende des Monats."

Auch mit Blick auf den Fachkräftemangel sei es wichtig, attraktive Arbeitsbedingungen zu schaffen. Was die Arbeitgeber am Ende vorlegen und ob es zu weiteren Streiks kommt, entscheidet sich bei den nächsten Verhandlungsrunden am 17. Juni und 8. Juli.

(Zuletzt geändert: Dienstag, 19.05.26 - 15:40 Uhr   -   349 mal angesehen)
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