Tübingen:
Übergabe eines barrierefreien Busses an Krementschuk
Repräsentanten der Städte Tübingen und Krementschuk kamen am Dienstag auf dem Marktplatz vor dem Tübinger Rathaus zusammen. Der Anlass: Die Übergabe eines barrierefreien Mercedes-Busses von der deutschen Stadt an die ukrainische. Wir waren vor Ort.
Im Sommer 2023 beschloss der Tübinger Gemeinderat eine Solidaritätspartnerschaft mit der ukrainischen Stadt Krementschuk. Im Mai 2024 kam Oberbürgermeister Vitalii Maletskyi zum ersten Mal in die Universitätsstadt. Darauf folgten viele weitere Besuche, wenn auch bisher noch keine vollwertige Städtepartnerschaft.
"Wir bereiten eine Partnerschaft vor, noch ist es nur eine Freundschaft, die auch von Bundesinstitutionen unterstützt wird, ist sozusagen eine Anbahnungsphase, die gibt es jetzt aber zwei Jahre", erklärt Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer.
Doch auch ohne eine volle Partnerschaft trägt die Freundschaft für Krementschuk Früchte. Rund 270.000 Euro an Hilfsgütern und Infrastrukturmaßnahmen sind inzwischen schon von Tübingen in die ukrainische Stadt geflossen. Darunter fällt auch das neueste Geschenk: Ein barrierefreier Bus der Marke Mercedes.
"Der Bus hier ist besonders ausgestattet", führt Palmer aus. "Es ist auch tragisch, natürlich gibt es in der Ukraine jetzt viele verletzte Soldaten. Viele sind auch an den Rollstuhl gekettet. Und dieses Fahrzeug ist rollstuhltauglich. Das heißt, die können dann Transporte von Verwundeten und Verletzten in der Stadt machen, die sonst nicht so leicht möglich wären."
An einem sonnigen Tübinger Vormittag fühlt sich der Krieg in der Ukraine weit entfernt an. Doch für die Gäste und ihre Familien ist das der Alltag, zu dem sie nach ihrem Besuch zurückkehren. Verständlich, dass Boris Palmer eher verhalten auf eine Einladung reagiert.
"Solange der Krieg andauert möchte ich persönlich das Risiko nicht eingehen", gesteht er. "Ich hab Familie. Und ich glaube, das versteht auch der Kollege, der jetzt mitten im Krieg ein weiteres Kind bekommen hat. Dass man da keine solchen Risiken eingehen möchte. Aber ich würde mich sehr freuen, nicht nur weil ich dann Krementschuk besuchen könnte. Sondern weil der Krieg dann auch aus wäre."
Bis dahin zeigt sich Palmer froh, zumindest irgendwie helfen zu können. Für eine Stadt wie Tübingen bedeutet das, Generatoren, technische Ausrüstung und Fahrzeuge zu spenden oder mitzufinanzieren. Umso besser, wenn die Empfänger die Gaben selbst abholen können.










