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"Auf gut Schwäbisch" - Jan Sellner erhält Preis für Mundart

Mehr als 5000 Beiträge zählt Jan Sellners Kolumne "Auf gut Schwäbisch - Landestypisches für Einheimische und Reigschmeckte". Seit 17 Jahren veröffentlicht der leitende Redakteur Marke von Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten täglich neue Anekdoten, Rezepte und sprachliche Schmankerl. Für seine Verdienste um die Mundart hat Sellner am Dienstag im Volksbank-Foyer in Reutlingen die Friedrich-E.-Vogt-Medaille erhalten. Die Details:

N Schwob bestellt sich am Imbiss ä Portion Pommes. Fragt der Verkäufer: 'Kommt da äbbes druff?'. Sagt der Schwob: 'Koschd des extra?' Sagt der Verkäufer: 'Noi, des koschd nix.' Dann sagt der Schwob: 'No nehm i n halbes Göckele druff.'

Mit Anekdoten wie dieser unterhält Jan Sellner täglich die Leser der Stuttgarter Zeitung. Die Kolumne "Auf gut Schwäbisch" lebt von den Einsendungen der Leser, die Jan Sellner mit seinem Kollegen Tom Hörner  redigiert, in Bezug zueinander setzt und veröffentlicht.

Die Idee entstand eher als Spielerei, hat sich aber mittlerweile zum festen Bestandteil des Editoriums rund um die Stuttgarter Zeitung etabliert. "Wir hatten uns als Redaktion den Spaß erlaubt, 'was ist denn das schönste schwäbische Wort?' Und was kam raus? Das berühmte Muggesäggele", erzählt Sellner.

"Es gab so viele Zuschriften, dass wir uns dachten: 'Ok, das müssen wir irgendwie fortsetzen und jetzt sind es siebzehn Jahre und heute erscheint die 5283. Folge", so der Journalist über seine Kolumne. Frei nach dem schwäbischen Motto "Schaffe, schaffe, Häusle baue" arbeitet Sellner seit siebzehn Jahren fleißig und beständig an den Artikeln.

Darauf wurde Jörg Beirer von der Mundartgesellschaft Württemberg aufmerksam, weshalb er den Redakteur für den diesjährigen Preis vorschlug. "Es ist einfach die Kontinuität, die Beständigkeit, dass es über so lange Zeit auch dieLeute bei der Stange hält", erklärt Beirer.

"Es ist ja nicht einfach, bei einer Zeitung so ein Interesse zu wecken bei dem, was sonst so drin steht. Das ist halt so ein kultureller Farbtupfer, der mit der Landschaft und den Leuten und der Sprache zu tun hat – mit osrer Sproch", scherzt das Mitglied der Mundartgesellschaft Württemberg. Damit habe sich Jan Sellner als würdiger Träger der diesjährigen Friedrich-E.Vogt-Medaille bewiesen.

Durch die Eingliederung der Stuttgarter Zeitung in die Neue Pressegesellschaft soll die Kolumne des Preisträgers bald auch im Verbreitungsgebiet der Südwestpresse zu lesen sein. Das könnte zu noch mehr ulkigen Einsendungen und ferner zum Erhalt der schwäbischen Sprache und Kultur führen.

(Zuletzt geändert: Donnerstag, 01.10.26 - 11:53 Uhr   -   1371 mal angesehen)
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