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Bürgerentscheid zur Regionalstadtbahn: Die Argumente der Gegner

Am 26. September ist nicht nur Bundestagswahl: die Tübinger entscheiden auch über die Innenstadtstrecke der Regionalstadtbahn. Einige der Argumente der Befürworter haben wir Ihnen vor rund einer Woche gezeigt: Nur die Innenstadtstrecke würde Einpendler aus Rottenburg und anderen Umlandgemeinden zum Umstieg bewegen; ohne Innenstadtstrecke würde beim Verkehr in Tübingen alles so bleiben wie es ist, und die Autos würden durch Pförtnerampeln und Fahrbahnverengungen ausgebremst im Stau stehen. Heute zeigen wir Ihnen einige der Argumente der Gegner.

Die Neckarbrücke in Tübingen. Hier muss die Regionalstadtbahn drüber – vorausgesetzt die Innenstadtstrecke wird gebaut. Die Brücke müsste sowieso erneuert werden, so Oberbürgermeister Boris Palmer. Doch Thomas Helle von der Bürgerinitiative Nein zur Tübinger Innestadtstrecke sieht das anders: „Die steht aus unserer Sicht bombensicher, man müsste sie aber erneuern, abreißen, neu bauen, in dem Moment, wo die Stadtbahn kommt, denn die kann die schweren Züge nicht tragen."

In der Mühlstraße befürchtet die Bürgerinitiative einen Dichtestress. Die Straße sollte eigentlich den Fußgängern und Radfahrern gehören. Doch hier würde alle dreieinhalb Minuten eine Stadtbahn durchfahren. Nicht nur schlecht für die hier ansässige Außengastronomie sondern auch für die Radfahrer. Die Radstreifen seien zu schmal, und für die Richtung nach unten müsste eine Pförtnerampel den Radverkehr ausbremsen.

Und weiter: Die Situation an der neuen Aula. Hier würde sich die Stadtbahn um die Kurven quietschen, während dort Prüfungen seien. „Das ist ein großes Problem für die Universität, die sagt: Oh, da müssen wir alles hochdämmen", so Helle.

Für Rottenburger, so ein Argument der Befürworter, würde sich ohne Innenstadtstrecke die Situation wegen zusätzlicher Bahnhöfe verschlechtern. Eine Verschlechterung käme auch MIT Innenstadtstrecke, argumentiert Thomas Helle, denn die Züge seien ungeschickt getaktet. „Im Moment haben wir alle fünf bis sieben Minuten eine Verbindung hoch zur Klinik, die relativ zügig auf die Klinik hoch führt. Wenn ich jetzt aber alle halbe Stunde eine durchgängige Verbindung habe, dann bin ich am Arbeitsplatz entweder zu früh – das will ich nicht – oder zu spät – das will ich genausowenig", sagte Helle. Zudem, befürchtet die Bürgerinitiative, könnten sich Verzögerungen und Störungen der Bahn sofort auf den Stadtverkehr auswirken.

Doch was wäre die Alternative, falls die Gegner der Innenstadtstrecke gewinnen? Dann sei erst einmal drei Jahre Zeit. Zeit, die Pläne auszuarbeiten, grundlegende Fragen zu klären und ein Konzept für Fußgänger, Radfahrer und öffentlichen Verkehr zu entwickeln. „Im Moment ist das einseitig: Alle Autos raus aus der Stadt, die verbrauchen Platz, machen Krach und stinken, und wir sagen: Nein, es gibt auch viele Menschen, die brauchen ein Auto, die kommen sonst nicht hierher, wenn sie aus Böblingen hierher kommen, haben sie keine RSB und keine Stadtbahn." Deshalb gelte es generelle Lösungen zu finden und sich dabei auch Grundsatzfragen zu stellen, beispielsweise: Soll Tübingen Großstadt werden?

Am 26. September können sich die Tübinger entscheiden, ob sie der Argumentation der Gegner folgen oder ob sie lieber mit der Stadtbahn durch die Innenstadt zu den Kliniken fahren wollen.

(Zuletzt geändert: Donnerstag, 16.09.21 - 17:06 Uhr   -   499 mal angesehen)
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