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Tübingen:

Verhältnismäßig stabil - Das Jahr 2025 am Universitätsklinikum

Mit dem neuen Jahr kommt für viele der Blick zurück. So auch für das Universitätsklinikum Tübingen. Von Fortschritten in der Digitalisierung über feierlich eröffnete Neubauten bis hin zu neuen Therapiemethoden hat sich 2025 am UKT viel getan.

Pflegerknappheit, finanziell untragbare Tarifbedingungen, fallendes Interesse an MINT-Feldern. Alles Sorgen, die bei der Pressekonferenz des Uniklinikums Tübingen zur Sprache kamen und mit denen sich ähnliche Einrichtungen überall im Bund konfrontiert sehen. Und alles Probleme, die das UKT bisher noch nicht behindern. "Wir gehören zu den wenigen Unikliniken oder auch Kliniken insgesamt in Deutschland, die noch ein positives Jahresergebnis erzielt haben", berichtet die leitende kaufmännische Direktorin Dr. Daniela Harsch. "Die Höhe kennen wir noch nicht ganz genau, das wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Aber wir schließen noch positiv ab. Trotzdem merken wir auch den wahnsinnigen finanziellen Druck, unter dem die Kliniken in Deutschland stehen."

Während die Zahlen für 2025 noch nicht feststehen, konnte das Klinikum zumindest 2024 einen Gewinn von über 10.000 Euro verzeichnen. Doch solche Zahlen sollten aus Sicht des UKT nicht überbewertet werden. Man müsse auch so ein Plus immer in Relation zum Gesamtvolumen sehen. "Wenn wir eine Milliarde Umsatz im Jahr machen, ist ein Plus von einer oder zwei Millionen in Relation nicht das Wahnsinnsergebnis, sondern schlichtweg Zeichen soliden Wirtschaftens – aber eben keines großen Überschusses." Auch wenn die wirtschaftliche Lage am Uniklinikum also aktuell unbedenklich ist, kann sich das schnell ändern. Deshalb rüstet man für die Zukunft. Besonders der Ausbau in der Digitalisierung und die Integration von KI-Systemen in den Krankenhaus-Alltag stehen daher hoch auf der Liste. Auch neue Gebäude wurden im Vorjahr entweder abgeschlossen oder in Planung gegeben.

Und auch auf die Politik halte man immer ein Auge gerichtet, selbst wenn der Zerfall der Ampelregierung vieles vorerst aufgehalten habe. Jetzt gebe es das Krankenhausanpassungsgesetz, was im Moment auf dem Weg sei, sowie weitere schon von der Vorgängerregierung angeschobene Gesetzesvorgaben. Als Beispiel nennt Prof. Jens Maschmann, leitender ärztlicher Direktor, das Notfallstufenreformgesetz. "Wenn die durch sind, sieht man an der Stelle mal wieder klarer. Das ist für unsere Einrichtung jetzt nicht bedrohlich, auch wenn man die Auswirkungen im Detail noch nicht ganz beurteilen kann." 

Im Hier und Jetzt zeigt sich in den Studentenzahlen der erste Rückgang seit langem. Nicht mehr als ein Zeichen, dass der Fokus bei den Studiengängen angepasst werden müsse, so die Sprecher. Und eine Ausnahme. Generell wären die Zahlen stark, auch wenn sie nicht das wahre Highlight seien. Am Ende liegt der Fokus bei der Patientenversorgung. Highlights waren laut Maschmann sicherlich neue Behandlungsmethoden, wie diese genbasierte Therapie von kindlichen Hörstörungen oder auch Anwendung von modifizierten Immunzellen gegen Krebs und auch gegen multiple Sklerose als erweiterten Anwendungsbereich. Auch zwei antikörperbasierte Medikamente gegen Alzheimer finden seit diesem Jahr Anwendung am UKT. Sie erlauben Erkrankten, Symptome für mehrere Monate herauszuzögern. Einzigartige und neue Therapiemethoden, die außerhalb eines akademischen Klinikums selten sind und das wahrscheinlich auch bleiben werden. "Als Gesellschaft müssen wir uns dann auch im Klaren sein, dass das sehr aufwändige Behandlungen sind", so die ärztliche Direktorin Prof. Ulrike Ernemann. "Und wir sehen hier auch als Uniklinikum unsere Aufgabe darin, die Kompetenzen zusammenzuführen und hohe personelle, administrative und auch finanzielle Aufwände zu schultern, um auch einzelnen Patienten, die dann aber in der Summe doch eine relevante Gruppe darstellen, helfen zu können."

Mit dem Blick auf Tarifverhandlungen in anderen Bundesländern sieht es aus, als ob ein komplexes Jahr auf das Uniklinikum zukommt, doch man ist optimistisch. Manche Kurse können gehalten werden, andere müssen adjustiert werden. Nichts Neues also für das UKT.

(Samstag, 31.01.26 - 13:09 Uhr   -   150 mal angesehen)